Rohstoffe

Rohstoffe, in die Anleger investieren können

Warenterminbörsen sind die wichtigsten Plätze für Anleger, um ihr Geld in Rohstoffe anzulegen.

Edelmetalle
Gold und Silber
Münzen (Numismatik)
– Industriemetalle (Aluminium, Kuper, Nickel, Zink, Zinn, Blei)
– Vieh (Mastrind, Lebendrind, Schweinbäuche)
– Baumwolle
– Agrarrohstoffe (Futter-, Genuss- und Nahrungsmittel: Soja, Raps, Gemüsepflanzen, Soja,
Ölpflanzen, Holz, Getreide, Erdnuss, Kaffee, Kakao, Zucker, Orangensaft)
– fossile Rohstoffe (Erdgas, Erdöl, Kohle)

Die weltweit bedeutendsten Warenterminbörsen, an denen Termingeschäfte mit Rohstoffen gehandelt werden sind:

– New York Mercantile Exchange (NYMEX)
– New Yorker Intercontinental Exchange (ICE)
– London Metall Exchange (LME)
– Chicago Mercantile Exchange (CME)
– Chicago Board of Trade (CBoT)
– Commodities Exchange (COMEX)

Handelsschwerpunkte der Warenterminbörsen für Rohstoffe

An der New York Mercantile Stock Exchange (NYMEX) werden Energieprodukte, Agrarrohstoffe, Edel- und Industriemetalle, Erdöl, Benzin und Genussmittel gehandelt. Die Chicago Board of Trade (CBoT) konzentriert sich auf den Handel mit Optionen und Futures auf Agrarrohstoffe, die ihren Ursprung in Getreide wie Hafer, Mais, Reis, Sojamehl und Sojabohnen haben. Die Chicago Mercantile Exchange (CME) handelt Rohstoffe mit dem Schwerpunkt auf Futures und Optionen auf Agrarrohstoffe, die einen tierischen Ursprung haben wie Fleisch und Milch sowie Ethanol. Auch Lebendrind und Mastrind werden hier gehandelt. Der Handel mit Baumwolle, Holz, Aluminium und Kupfer ist gleichfalls möglich. Für den Handel mit Industriemetallen ist die London Metal Exchange (LME) die richtige Handelsadresse. An dieser Terminbörse werden Rohstoffe wie Nickel, Aluminium, Kupfer, Zinn, Blei und Zink gehandelt. Die LME hat auf den Handel mit Ausnahme von Kupfer, die auch an der NYMEX gehandelt wird, eine Monopolstellung. An der New Yorker Intercontinental Exchange (ICE) werden Erdgas, Erdöl, Baumwolle und Genussmittel wie Zucker, Orangensaft, Kaffee und Kakao gehandelt.

Angebot und Nachfrage sind der entscheidende Faktor für den Handel mit Rohstoffen und seine Preisbildung. Der dominierende Faktor der Nachfrage wird von verschiedenen Voraussetzungen beeinflusst. Der Rohstoffhandel ist eng mit dem weltweiten Wirtschaftswachstum verflochten. Je größer das Wirtschaftswachstum der einzelnen Länder, desto größer wird der Bedarf an Energie- und Genussrohstoffen sowie an Industriemetallen. Die bevölkerungsreichsten Staaten dieser Erde wie China und Indien haben sich in den letzten Jahrzehnten von reinen Agrarstaaten zu Industrienationen entwickelt. Durch so eine rasante Entwicklung kann die Nachfrage und der Bedarf an Rohstoffen und damit an Investitionen geradezu explodieren und als Folge die Preise an den Rohstoffbörsen weltweit in die Höhe treiben. Auch der Rohstoffhandel als solches ist einem stetigen Wandel unterzogen. Mais und Zucker dienten in der Vergangenheit als Agrarrohstoffe ausschließlich der Ernährung, während sie heutzutage überwiegend als Biokraftstoffe eingesetzt werden. So haben sich diese Agrarrohstoffe in den letzten Jahren von reinen Nahrungsmittelrohstoffen in Industrierohstoffe verwandelt. Die Folge dieses globalen Wandels ist eine erhöhe Nachfrage, die die Handelspreise in die Höhe treibt. Ferner ist die Saisonalität von Rohstoffen nicht zu unterschätzen. Der Handel mit Energie- und Agrarrohstoffen ist von vielen äußeren Einflüssen wie Jahreszeiten, Wetter, Ernten, Naturkatastrophen, politischen und wirtschaftlichen Faktoren abhängig. Diese Voraussetzungen beeinflussen die Preisbildung an den globalen Handelsmärkten und damit die Investitionsmöglichkeiten der einzelnen Anleger.

Die wichtigsten Rohstoffmarkt-Indizes

– Dow-Jones-UBS Commodity Index DJ-UBSCI
– Continuous Index CCI
– Thomson Reuters/Jeffries CRB Index TRJ/CRB
– Rogers International Commodity Index RICI
– S&P GSCI

Preisgestaltung

– Anzahl und Gewichtung der Rohstoffe
– Auswahlvoraussetzungen für die Aufnahme von Rohstoffen in den Rohstoffindex
– Art der Terminkontrakte für jeden einzelnen Rohstoff
– periodische Anpassung der Basiswertgewichtung
– Rollierung von Terminkontrakten
– Spotrenditen
– Rollerträge
– Collateral Returns

Bevor sich ein Anleger für die Investition in einen Rohstoff entscheidet, sollte er sich von einem Finanzexperten beraten lassen, der alle möglichen Preisszenarien kennt, die aktuelle Marktposition für den entsprechenden Rohstoff sondiert und den richtigen Anlagezeitpunkt festlegt. Danach wählt er die passende Investmentart, mit der er die aufgestellte Strategie umsetzt. Das Engagement der Anleger erfolgt in der Regel in passiven Anlagestrategien über die Warenterminbörsen in Form von Aktien, Derivaten, Optionsscheinen, Futureskontrakten, ETFs, ETCs und CFDs. Eine direkte Investition in einen Rohstoff ist schon aus praktischen Überlegungen heraus nicht möglich. Kein Anleger stellt sich Erdöl, Getreide, Rinderhälften, Milch oder Zucker in den Keller. Nur bei den sogenannten Commodities wie Edelmetallen sind ein direkter Kauf und die anschließende Einlagerung möglich. An dieser Stelle ist noch zu betonen, dass der direkte Handel mit Futures-Kontrakten an den Rohstoffbörsen eher den Großanlegern vorbehalten ist, da die Zugangshürden zu den entsprechenden Märkten groß sind und eine fortwährende Marktpräsenz für die Überwachung der eingegangenen Positionen wichtig ist.

Aktien

Die gängigste Form der Rohstoffinvestition für Privatanleger sind Rohstoffaktien. Die Anleger profitieren von ihrer Investition, wenn sich der Aktienmarkt in einer starken Phase befindet. Der Vorteil von Rohstoffaktien liegt darin, dass sie in der Regel eine bessere Performance zeigen als die ihnen zugrundeliegenden Basiswerte, die Rohstoffnotierungen. Für eine positive Performance der eigenen Investition ist die Auswahl von Ländern mit stabilen politischen und wirtschaftlichen Verhältnissen sowie seriöser Unternehmen unerlässlich.

Rostoffindizes ermöglichen den privaten Anlegern einen effizienten und intuitiven Einstieg in die Welt des Rohstoffhandels. Anleger investieren in Rohstoffe in Form von Indexfonds, die den entsprechenden Gesamtmarkt so genau wie möglich passiv abbilden. Dabei erfolgen keine Eingriffe seitens der Fondsmanager, die versuchen, die Performance zu verbessern. Aus Erfahrung wissen Finanzexperten, dass es schwer ist, besser zu sein als der Markt selber. Indexfonds sind einfach aufzulegen, für alle Assetklassen und eine Vielzahl von Indizes verfügbar. Sie sind auch für Einsteiger geeignet, da sie leicht zu verstehen und transparent sind. Die Umsetzung eines Fondsmanagements erfordert keinen großen administrativen Aufwand wie bei aktiven Fonds, die Gebührenbelastung fällt geringer aus. Aufgrund des recht hohen Ausgabeaufschlages, die sich auf mehrere Prozentpunkte belaufen, sind Indexfonds daher tendenziell zu den längerfristigen Anlagestrategien zu zählen. Indexfonds versuchen, die ihnen zugrundeliegende Wertentwicklung einer oder mehrerer definierter Indizes so genau wie möglich abzubilden. Dabei kommen verschiedene Finanzderivate zum Einsatz. Anleger dieser Fondsinvestition haben den Vorteil, dass für diese Derivatestrategien nicht das gesamte investierte Geld der Anleger benötigt wird. Aus diesem Grund befindet sich eine große Menge an liquiden Mitteln in den Fonds, die zusätzlich investiert werden, um die Performance für die einzelnen Anleger zu erhöhen. In der Regel investieren die Fondsmanager diese liquiden Mittel in Form kurzfristiger Schuldverschreibungen, die zusätzliche Zinsen generieren. Die Anleger können klassische Indexfonds normalerweise täglich an die Fondsgesellschaft zurückgeben, sollten sie nicht mehr an der Anlage interessiert sein. Sie erhalten ihre Anteile zu einem einmal täglich festgesetzten Rücknahmepreis ausgezahlt. Klassische Indexfonds bieten einen guten Schutz vor Insolvenz der Fondsgesellschaft, da es sich bei ihnen um Sondervermögen handelt. Im Fall der Insolvenz fällt das Vermögen der Anleger nicht in die Insolvenzmasse und bleibt daher für sie bestehen.

Optionsscheine

Der Basiswert eines Rohstoff-Optionsscheins ist ein kommerziell gehandelter, standardisierter Underlying. Als Underlying kommen beispielsweise Öl, landwirtschaftliche Erzeugnisse und Gold in Betracht. Der Anleger erhält bei Ausführung der Call-Optionsscheine nicht Rohstoffe in physischer Form, sondern ein sogenanntes Cash Settlement zwischen dem Basispreis und dem aktuellen Rohstoffpreis durch den Emittenten.

ETFs

Eine weitere Anlagestrategie im Rohstoffhandel sind die ETFs, börsennotierte „Exchange Traded Funds“. Anleger verkaufen und kaufen während des ganzen Handelstages die Aktien zum aktuellen Börsenpreis. Sie zahlen keine Ausgabeaufschläge, die Spanne zwischen dem Verkaufs- und Kaufpreis ist gering. Diese Finanzprodukte eignen sich zur Nutzung kurzfristiger Trends. Diese kostengünstige Assetklasse ist besonders für Kleinanleger geeignet, da sich schon mit einer Investition von wenigen Hundert Euro ein kleines Vermögen in eine Rohstoffklasse realisieren lässt. Aufgrund dieser kostengünstigen Ausrichtung lassen sich ETFs auch als langfristig orientierte Anlagestrategie optimal nutzen. Bei den Rohstoff-ETFs gibt es eine Vielzahl von Indizes, die renommierten auf der einen Seite und die von Banken neu aufgelegten Finanzprodukte auf der anderen Seite. Anleger sollten stets das Währungsrisiko im Auge behalten, da Rohstoffe überwiegend in Dollar gehandelt werden. Deutsche Investoren sind daher stets einem Währungsrisiko ausgesetzt. Ist der Dollar schwach, werden die aus dem Rohstoffinvestment erzielten Gewinne beim Umtausch in die Euro-Währung durch einen ungünstigen Wechselkurs zum Teil aufgezehrt. Wichtig ist, den Wechselkurs zusammen mit der Rohstoff-Anlagestrategie im Auge zu behalten. Einige Fonds offerieren innerhalb des Sondervermögens eine Währungsabsicherung zur Umgehung von Währungsrisiken.

Investmentzertifikate und ETCs

Weitere für private Anleger leicht zugängliche Investitionsmöglichkeiten sind Investmentzertifikate und Rohstoff-ETCs auf Einzelwerte. Zertifikate auf Rohstoffe sind von Banken ausgestellte Inhaberschuldverschreibungen. Sie werden für die Refinanzierung der Kreditaktivitäten des Emittenten ausgegeben. Zertifikate verbriefen das „Anrecht auf Teilhabe am Erfolg oder Misserfolg einer Börsenstrategie“. Der Anleger hat jedoch nicht das Recht auf eine feste Verzinsung. Zertifikate bieten aufgrund ihrer vielfältigen Ausgestaltungsmöglichkeiten unterschiedliche Renditechancen und Verlustrisiken. Das größte Risiko ist der Totalausfall bei Zahlungsunfähigkeit der ausgebenden Bank. ETCs (Exchange Traded Commodities) sind eine Weiterentwicklung der Investmentzertifikate. Bei den ETCs gibt es mehrere Marketmaker, die die Kaufs- und Verkaufspreise stellen. Anleger profitieren somit von einem besseren Wettbewerbsverhältnis. Die Investoren erwerben eine Schuldverschreibung des Emittenten. Wie im Falle von Zertifikaten sind sie auch bei den ETCs nicht vor einem Kreditausfallrisiko sicher. Die Ausgabegebühren machen diese Assetklasse für Anleger attraktiv, die Besicherung ist abhängig von dem abgebildeten Basiswert.

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