Risikofreie Geldanlagen wie Tagesgeldkonten und Festgelder sind mit extrem geringen Renditen verbunden, während überdurchschnittlich hohe Erträge sich nicht vollkommen risikofrei erzielen lassen. Das Verlustrisiko lässt sich mittels einer sinnvollen Risikostreuung spürbar verringern. Diese setzt sich aus verschiedenen Komponenten zusammen und umfasst zwei grundlegende Maßnahmen:

  • Streuung der Anlagesumme auf unterschiedliche Anlageformen
  • Verteilung der Geldanlage auf verschiedene Branchen

Bei festverzinslichen Geldanlagen ist eine Risikoverteilung nur erforderlich, wenn die Anlagesumme höher als der Schutz durch den Einlagensicherungsfonds ist. In diesem Fall bietet sich die Aufteilung der Geldanlage auf verschiedene Institute an, damit das gesamte Geld vor den Folgen einer Bankinsolvenz geschützt ist.

Die Streuung der Anlagesumme auf unterschiedliche Anlageformen

Eine gute Risikostreuung setzt voraus, dass sich der Anleger nicht für eine einzige Geldanlageform entscheidet. Aktien stellen langfristig eine der erfolgreichsten Anlageformen dar, dennoch sind Kursverluste möglich. Edelmetalle wie Gold unterliegen überdurchschnittlich starken Wertschwankungen, über einen langen Zeitraum gewinnen sie an Wert. Ein Bestandteil der Risikostreuung besteht darin, nicht zu einem ungünstigen Zeitpunkt Geldanlagen verkaufen zu müssen. Aus diesem Grund macht es weiterhin Sinn, etwa zwei bis drei Monatseinkommen auf einem Tagesgeldkonto verfügbar zu haben.

Beteiligungen an Genossenschaftsbanken sind dank ihrer überwiegend hohen Dividenden ein sinnvoller Bestandteil im Anlagenmix, ihre Kündigung ist allerdings nur zu festgelegten Terminen und mit langen Fristen möglich. Eine gute Rendite verspricht ebenfalls die private Kreditvergabe über eine Vermittlungsplattform. Dabei unterscheidet sich das Risiko bei jeder einzelnen Anfrage, sodass eine sorgfältige Prüfung aller Angaben vor der Zeichnung eines Kreditwunsches das Risiko drastisch verringert.

Zu vermietende Immobilien binden hohe Kapitalbeträge und bieten sich vorwiegend für vermögende Anleger an. Eine sinnvolle Alternative und einen Beitrag zur Risikoverteilung stellt der Erwerb von Anteilen an Immobilienfonds dar. Diese gelten ebenso wie Schiffsbeteiligungen als mit hohen möglichen Renditen verbunden, zugleich aber auch als überdurchschnittlich risikoreich und empfehlen sich in erster Linie für Anleger mit der Bereitschaft und dem Kapital, eventuelle Verluste in Kauf zu nehmen.

Die Verteilung der Geldanlage auf verschiedene Branchen

Die Risikostreuung durch eine Verteilung der Geldanlagesumme auf verschiedene Branchen umfasst die breite Streuung der Investitionen innerhalb einer Anlageform und eine Differenzierung des Engagements zwischen den einzelnen Varianten einer Geldanlage. Wenn ein Anleger sich direkt an einer Erzeugungsanlage für Ökostrom beteiligt, kauft er seine Aktien nicht ebenfalls überwiegend von Energieunternehmen. Bei einer direkten Aktienanlage ist eine weite Streuung auf unterschiedliche Branchen und Regionen sinnvoll. Sowohl Wertverluste als auch unerwartet ausbleibende Dividenden betreffen häufig einzelne Wirtschaftszweige stärker als andere. Selbst viele Jahre lang hohe Dividendenrenditen gezahlt habende Branchen können einbrechen, wie unter anderem die Werte von Geldinstituten während der Bankenkrise gezeigt haben.

Fonds als Beitrag zur Risikostreuung

Der Erwerb einzelner Aktien aus unterschiedlichen Branchen ist mit hohem Aufwand verbunden. Hinzu kommen die vom Broker für jede einzelne Transaktion berechneten Kosten. Da das wirtschaftliche Potential eines jeden Anlegers begrenzt ist, lässt sich beim direkten Aktienerwerb nur eine geringe Risikostreuung erreichen. Eine sinnvolle Lösung stellt der Erwerb von Fondsanteilen dar.
Der Fonds erwirbt mit dem Geld seiner Anleger eine Vielzahl an Beteiligungen, sodass die Risiken gestreut sind. Bei der Auswahl eines Investmentfonds ist zu beachten, dass die Risikostreuung mit der Flexibilität des Fonds ansteigt. Wenn dieser ausschließlich oder überwiegend Papiere einer einzigen Branche oder weniger miteinander verbundener Wirtschaftszweige erwirbt, ist das verbleibende Verlustrisiko höher als bei weitgehend in ihren Anlageentscheidungen freien Investmentfonds.

Optimieren lässt sich die Risikostreuung mit Investmentfonds durch den Kauf von Fondsanteilen unterschiedlicher Anbieter. In diesem Fall wählen Anleger Fonds mit verschiedenen Anlagestrategien aus, damit sie ihr Risiko breit streuen. Ökologisch orientierte Fonds haben in den vergangenen Jahren überdurchschnittlich hohe Wertzuwächse erfahren und bieten sich somit als Bestandteil einer Anlagestrategie an. Sich alleine auf diese sollten Anleger sich aber nicht verlassen, sondern ihr Risiko über unterschiedliche Fonds streuen.

Risikostreuung Definition

Generell bezeichnet der Begriff Risikostreuung bei Geldanlagen das Vorgehen eines Anlegers, das Verlustrisiko zu minimieren, indem er das anzulegende Kapital aufteilt und dabei sein Portfolio so breit diversifiziert – also streut -, dass verschiedene Risiken möglichst gering ausfallen. Einige typische Risiken der Kapitalanlage machen dies beispielhaft deutlich:

  • Mit dem Kauf von Aktien oder Anleihen eines einzelnen Unternehmens sind sogenannte titelspezifische Risiken verbunden. Erfüllt das Unternehmen die Gewinnerwartungen nicht, wird es im schlimmsten Fall sogar insolvent, fallen Dividenden aus, Aktien verlieren an Wert, Anleihen können nicht zurückgezahlt werden. Eine Diversifikationsstrategie könnte sein, Wertpapiere verschiedener Emittenten zu kaufen.
  • Manche Risiken betreffen nicht nur einzelne Unternehmen, sondern ganze Branchen. Die Risikostreuung besteht darin, Titel von Unternehmen verschiedener Sektoren zu erwerben, z. B. Automobilbau, Pharmaindustrie, Telekommunikation.
  • Auch verschiedene Anlageformen können zur Risikostreuung beitragen, beispielsweise eine Mischung zwischen Aktien und festverzinslichen Papieren. Aber Achtung – nicht alle Anlagen entwickeln sich unabhängig voneinander: Geht es der Wirtschaft schlecht, wird auch ein Immobilienfonds, der in gewerbliche Objekte investiert, Ertragsprobleme bekommen. Scheinbar sichere Anlagen wie Gold sollte man genau prüfen – Gold wirft keine laufenden Erträge ab, und der Preis schwankt sehr stark. Für die meisten Anleger ist es, wenn überhaupt, nur als Beimischung (bspw. 10%) zu empfehlen.
  • Weitere Strategien der Risikostreuung können sich zum Beispiel aus Länder- oder Währungsrisiken ergeben. Unruheherde in vielen Regionen der Welt oder verschlechterte Wechselkurse zum Euro bedeuten Wertverluste für Kapitalanlagen. Bei fest verzinslichen Papieren sollten auch unterschiedliche Laufzeiten gewählt werden, um Zinsänderungsrisiken zu begegnen.

Eine Strategie der Risikominimierung durch Diversifikation kann zum Zielkonflikt hinsichtlich einer Renditemaximierung führen. Wer beispielsweise auf ein überdurchschnittliches Wachstum asiatischer Märkte setzt, muss sich entscheiden, ob er ausschließlich in asiatische Aktien oder Fonds investiert und dabei die Risikostreuung vernachlässigt, oder ob er seine Gewinnerwartungen reduziert und auch europäische und amerikanische Titel kauft.

Risikostreuung Investmentfonds

Geschlossene Fonds

Geschlossene Fonds sind unternehmerische Beteiligungen an einem einzelnen oder nur wenigen Objekten, beispielsweise an einem Einkaufszentrum, einem Hotel, einem Schiff oder Flugzeug, einer Bohrinsel oder einer Filmproduktion. Sie sind oft in der Rechtsform einer Kommanditgesellschaft (KG) organisiert, die Anleger treten als Kommanditisten bei. Um die Verwaltung geschlossener Fonds nicht zu kompliziert zu machen, gibt es nur eine beschränkte Anzahl Beteiligter, die hohe Mindestsummen an den jeweiligen Fonds zeichnen. Die Anteile sind nur sehr eingeschränkt handelbar.

Aus der geschlossenen Konstruktion ergibt sich bereits, dass eine Risikostreuung hier nur vermögenden Geldanlegern möglich ist, die mehrere geschlossene Fonds unterschiedlicher Ausrichtung zeichnen können. Es bringt nichts, in fünf Schiffsfonds zu investieren, wenn die Betriebskosten aller Schiffe in Dollar bezahlt werden und durch einen ungünstigen Wechselkurs, teures Rohöl und niedrige Frachtraten die Erträge aller Schiffe sinken. Innerhalb eines einzelnen geschlossenen Fonds kann man aber darauf achten, dass es Ausgleichsmechanismen gibt – um beim Beispiel Schiffsfonds zu bleiben, können etwa mehrere Schiffe einen Gewinnverbund bilden, und es fällt nicht mehr so sehr ins Gewicht, wenn eines der Schiffe einmal temporär ohne Auftrag ist.

Offene Investmentfonds

Offene Investmentfonds haben ihren Namen daher, dass sie für breite Publikumsschichten offen sind. Anteile können in der Regel jederzeit gekauft und verkauft werden. Am bekanntesten sind Aktienfonds, es gibt aber auch zum Beispiel Renten-, Geldmarkt- oder Immobilienfonds. Auch Anteile an Rohstoffen werden über Fonds vermarktet. „Risikostreuung Investmentfonds“ ist also keine Frage der Alternativen.

Der offene Investmentfonds ist an sich schon als Instrument der Risikostreuung gedacht und geeignet. Der Anleger kann sich mit relativ geringem Kapitaleinsatz an verschiedenen Einzelwerten beteiligen. Ein professionelles Fonds-Management sorgt für die gezielte Auswahl der Werte mit dem Ziel, Risiken zu minimieren und Erträge zu maximieren. Wer die Risikostreuung durch Fonds besonders ausgeklügelt nutzen möchte, entscheidet sich für sogenannte Dachfonds. Diese investieren nicht in Einzelwerte, sondern selbst wiederum in andere Fonds, sodass die Diversifikation in zwei Ebenen stattfindet. Wer eine solche Investition erwägt, sollte sich aber mit der Gebührenstruktur der Fonds vertraut machen. Das Fondsmanagement erhält für seine Tätigkeit eine Vergütung, die vom Anleger über Ausgabeaufschläge und jährliche Kosten bezahlt wird. Die Konstruktion eines Dachfonds bringt es mit sich, dass solche Gebühren gegebenenfalls zweimal anfallen.

Beim Erwerb von Investmentfonds sind trotz der „eingebauten Streuung“ die eingangs genannten Beispiele für verschiedene Risiken und Strategien der Diversifikation zu bedenken. Wer Fonds ausschließlich aus dem Bereich Biotechnologie kauft, weil er dort ein besonders dynamisches Wachstum erwartet, muss mit dem Risiko leben, dass wirtschaftliche und rechtliche Rahmenbedingungen die in die Branche gesetzten Hoffnungen zerstören können. Wer ausschließlich Fonds mit US-Aktien erwirbt, profitiert vom Wachstum dieses Marktes, muss aber bei einer Rezession in den USA auch mit den Folgen leben können. Sinnvoll ist der Erwerb von breit aufgestellten Fonds oder von Fonds unterschiedlicher Ausrichtungen und verschiedener Fondsgesellschaften. Liegt ein Fondsmanager mit seinen Einschätzungen daneben, hat ein anderer vielleicht den richtigen Riecher gehabt. Der Anleger, der beiden einen Teil seines Geldes anvertraut hat, reduziert zwar die Gewinnchancen, minimiert aber auch einen möglichen Verlust.

Risikostreuung Aktien

Aktien sind Anteilsscheine an einem einzelnen Unternehmen. Auch wenn die Praxis heute anders aussieht und Aktienhandel ein schnelllebiges Geschäft ist, dann wird man mit dem Erwerb von Aktien im Grundsatz immer noch zum Miteigentümer. Es versteht sich, dass eine solche Entscheidung gut überlegt sein will. Es geht nicht um den schnellen Euro durch Kursschwankungen, es geht vielmehr darum, ob man dem Geschäftsmodell des Unternehmens vertraut, ob man langfristig an eine Rendite der Anlage über Dividenden glaubt. Die mögliche Veränderung des Aktienkurses ist ein wichtiger Aspekt, aber unter langfristigen Gesichtspunkten zweitrangig.

Vom Standpunkt der Risikostreuung gesehen ist die Anlage in Aktien nur dann empfehlenswert, wenn man das anzulegende Kapital auf mehrere Unternehmen unterschiedlicher Branchen, Regionen und Währungen aufteilen kann und auch das Know-how besitzt, die Unternehmen, an denen man sich beteiligen möchte, einzuschätzen. „Geheimtipps“ bringen da wenig, denn wenn sie im Internet oder in der Zeitung stehen, sind sie nicht geheim und – sollten sie überhaupt stimmen – längst in den Kurswert eingepreist. Geschäfte aufgrund wirklicher Geheimtipps sind übrigens als Insider-Handel verboten. Wer im Zweifel ist, ob er mit einzelnen Aktienwerten umgehen kann, sollte lieber auf offene Investmentfonds setzen.