Risikofreie Geldanlage

risikofreie geldanlageDie „risikofreie Geldanlage“ ist prinzipiell nur eine findige Formulierung von Marketing-Strategen. Sie spiegelt den vergeblichen Wunsch des typischen, sicherheitsbedachten Anlegers wieder, sein hart verdientes Kapital sorgenfrei beiseite legen zu können. Mit ein wenig Know-How im Hinblick auf Geldanlagen lässt sich diese Formulierung allerdings enttarnen: Eine risikofreie Geldanlage gibt es nicht. Dennoch gibt es einen Weg, eine möglichst risikofreie Geldanlage zu erreichen. Die Lösung ist so simpel wie auch komplex: durch eine breite und ausgeklügelte Streuung. Denn eine sinnvolle Investition in verschiedene Assetklassen ermöglicht es Ihnen, das Risiko breit zu streuen und so zu verringern, ohne insgesamt auf eine rentable Rendite verzichten zu müssen. Innerhalb des Investment Dschungels gibt es sicherlich Anlageformen, die als risikofrei gelten, weil sie durch Banken und Staaten gesondert abgesichert werden. Gerade in Zeiten des Niedrigzinses aber führen sie häufig zu einem Wertverlust durch die Inflation. Deswegen sollten Anleger sich einiges an Grundwissen über die verschiedenen Anlageformen aneigenen um daraus eine an den eigenen Anlegertyp angepasste Investmentstrategie einzuschlagen.

Wichtiges Grundwissen für eine risikofreie Geldanlage

Der Finanzmarkt ist gerade für Einsteiger fast undurchschaubar. Zu viele Möglichkeiten verunsichern Anleger, die sich nicht täglich mit ihren Investitionen beschäftigen möchten. Dennoch ist es notwendig, zumindest die Grundlagen zu beherrschen, um eine geeignete Anlagestrategie zu finden und sinnvolle Entscheidungen treffen zu können. Jede Geldanlage wird vor allem nach zwei Gesichtspunkten eingeteilt: Risiko und Rendite. Das Risiko beschreibt dabei, wie wahrscheinlich es ist, dass die Investition sich nicht rentiert oder sogar einen vollständigen Verlust des Kapitals zur Folge hat. Die Rendite zeigt hingegen an, wie groß der Gewinn ist, den der Anleger theoretisch erwarten kann. In der Regel korrelieren diese beiden Faktoren und bei einer einzigen Anlage gilt in der Regel: kein Risiko, keine Rendite. Hinzu tritt ein weiterer Faktor der Liquidität. Zusammen ergeben Risiko, Rendite und Liquidität das sogenannte Magische Dreieck. Es spiegelt die Unmöglichkeit wieder, alle drei Punkte vollständig innerhalb seiner Asset-Strategie zu berücksichtigen. Ferner können Sie sich bei der Gewichtung auf Ihren individuellen Anleger Typ fokussieren.

Viele Finanzexperten sind der Meinung, dass eine zu vorsichtige Anlagestrategie genauso schädlich ist, wie eine zu gewagte. Dem Anleger entgeht hierbei die Möglichkeit, sein Geld tatsächlich gewinnbringend anzulegen. Gerade bei niedrigem Zinssatz sind die risikofreien Geldanlagen kaum in der Lage, den Wertverlust durch die Inflation abzufangen. Der Anleger verliert auf diese Weise also ebenfalls Geld, obwohl er auf Sicherheit bedacht ist. Die gängige Empfehlung lautet deswegen, sehr wohl auch in riskantere Assetklassen zu investieren, dabei jedoch Wert auf eine möglichst breite Diversifikation zu legen.

Durch das Anlegen in verschiedene Produkte sinkt die Gefahr eines hohen Verlustes und Investoren können dennoch von höheren Zinsen profitieren.

Risikofreie Geldanlagen

Als „risikofrei“ kann tatsächlich keine Assetklasse mit gutem Gewissen deklariert werden. Ein kleines Restrisiko bleibt auch dann erhalten, wenn Banken oder der Staat die Investition absichern. Allerdings gibt es risikoarme Geldanlagen, die nur bei unvorhergesehenen Entwicklungen gefährdet sind. Zu ihnen zählen:

–    Tagesgeld
–    Festgeld
–    Sparbriefe
–    Deutsche Staatsanleihen
–    Girokonto
–    Bausparvertrag
–    Private Rentenversicherung

Auch innerhalb der risikofreien Geldanlagen kann es erhebliche Unterschiede geben. So sind die Habenzinsen eines Girokontos kaum dazu geeignet, die Inflation abzufedern, während Festgeld über einen längeren Zeitraum unter Umständen eine überinflationäre Rendite mit sich bringen kann. Dafür ist das Kapital dort gebunden, sodass die Flexibilität (also die Liquidität) wesentlich geringer ist. Ein Bausparvertrag bringt hingegen den Vorteil mit sich, dass ein Anschlusskredit die Finanzierung einer Immobilie bedeutend erleichtert und die private Rentenversicherung kann durch staatliche Bezuschussung und der Fondsstruktur bei vergleichsweise geringem Risiko durchaus gewinnbringend sein.

Crowdfunding als risikofreie Geldanlage

Crowdfunding ist als Investment eine relativ junge Erscheinung. Interessant ist in Sachen Geldanlage insbesondere die Unterkategorie des Crowdlending, da es hierbei um eine renditebasierte Anlage geht. Sie investieren dabei zusammen mit weiteren Anlegern unmittelbar in Kreditprojekte privater Kreditsuchender. Vermittelt wird per Online-Kreditmarktplatz, sodass mehrere Vorteile entstehen. Zum einen können Sie bequem von zuhause aus Kreditprojekte nach Ihrem Ermessen prüfen und investieren. Zum anderen entsteht durch das fehlende Bankinstitut ein hoher Kostenvorteil, der sowohl auf Sie als Anleger als auch auf Kreditnehmer weitergegeben werden kann. Durch das Kreditverhältnis entsteht zudem eine festverzinsliche Anlage, die Ihnen eine festgelegte, deutlich überinflationäre Wertentwicklung garantiert. Gleichzeitig erlaubt Ihnen die Masse an Anlegern eine Investition bereits in kleinem Rahmen (beispielsweise 25€). Sie können Ihr Kapital also bequem auf diverse Kreditprojekte streuen und so eine diversifizierte Geldanlage innerhalb Ihres diversifizierten Anlageportfolios schaffen (getreu dem Motto: je mehr Diversifikation, desto besser).

Marktführer in diesem Segment ist derzeit die auxmoney GmbH mit über 90% Marktanteil und einem vermittelten Kreditvolumen von mehr als 110 Millionen Euro. Laut historischen Berechnungen kann dort eine risikofreie-re Geldanlage mit einer Rendite von durchschnittlich 5,0% erzielt werden. Das bedeutet, dass selbst wenn Ihre Rendite unterdurchschnittlich bei 4,0% liegt, schlagen Sie dennoch vergleichbare festverzinsliche Geldanlagen wie Tages- oder Festgeld um ein Vielfaches. Eine Anmeldung ist kostenfrei und unverbindlich.

Sind Immobilien eine risikofreie Geldanlage?

Immobilien zählen auch heute noch zu den beliebtesten Anlageformen für Privatanleger und können gerade bei Eigennutzung nach wie vor empfehlenswert sein, sofern laufende Kosten berücksichtigt werden. Diese werden häufig bei der Kostenkalqulation einer Immobilie erheblich unterschätzt.  Je nach Lage und Wohnsituation können sich diese auf bis zu 3 € pro Quadratmeter Wohnfläche belaufen. Können diese problemlos abgedeckt werden, bietet eine Immobilie auch eine Absicherung im Alter. Als reine Geldanlage sind sie jedoch derzeit nur bedingt zu empfehlen. Das Vermietungsrisiko und die Immobilienpreise befinden sich einigen Prognosen zufolge gefährlich nahe an einer Blasenbildung. Zugleich gilt ein zukünftiger Wertverlust durch das Sinken der Immobiliennachfrage als wahrscheinlich. Wer in Immobilien investieren möchte, sollte deswegen vor allem den Standort beachten sowie die zeit- und kostenintensive Verwaltung. Darüberhinaus ist diese „risikofreie“ Geldanlage langfristig gebunden und amortisiert sich erst nach Jahren.

Aktien vs. festverzinsliche Anleihen

Grundsätzlich sind Aktien und Anleihen Wertpapiere. Eine Aktie bietet jedoch die Möglichkeit, sich als Aktionär am Unternehmen zu beteiligten und zum Mitinhaber zu werden, während Inhaber von Anleihen eher als Kapitalgeber in Erscheinung treten.
In der Regel gelten Anleihen als sicherer, weil sie meistens einen festen Zinssatz über einen bestimmten Zeitraum bieten und das Kapital zum Vertragsende vollständig zurückgezahlt wird. Eine Aktie ist hingegen den Marktschwankungen der Börse unterworfen. Auch wenn Aktien als flexible Geldanlage wirken, muss deswegen ausreichend anderes Kapital vorhanden sein, um das Wertpapier nicht dann verkaufen zu müssen, wenn der Kurs schlecht steht. Insofern ist das Geld bei einer festverzinslichen Anleihe zwar fester gebunden, obwohl auch hier häufig ein Verkauf möglich ist, allerdings sollten auch Aktien als langfristige Kapitalanlage geplant werden.
Aktien gelten also zwar als ertragsreicher, aber auch risikobehafteter als Anleihen. Ein guter Kompromiss kann die Investition in Fonds darstellen, bei denen eine ausreichende Diversifikation das Risiko mindert.

Rohstoffe als risikofreie Anlage

Der Vorteil von Rohstoffen liegt fraglos darin, dass hier eine Investition in einen realen Sachwert getätigt wird. Das bedeutet, dass selbst bei einem Kollaps der Finanzmärkte ein reeller Gegenwert vorliegt, der auch dann – und häufig mit Gewinn – verkauft werden kann. Der Klassiker unter den Rohstoffen sind fraglos die Edelmetalle, allen voran Gold. Es gilt als vergleichsweise krisensicher und gehört für die meisten zu einer konservativen Anlagestrategie dazu. Auch hier müssen Anleger jedoch die aktuellen Marktpreise beachten, damit die Investition rentabel ist. Sinkende Rohstoffpreise sind keine Seltenheit und können dafür sorgen, dass diese eher risikoarme Geldanlage keinen Gewinn ermöglicht. Bei exotischeren Rohstoffen wie seltene Erden oder Kunstwerken sollten Anleger zudem den Markt gut kennen, um Risiko und Renditechancen abschätzen zu können.

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