Umgangssprachliche und finanzwissenschaftliche Bedeutung:

Der Begriff „Rendite“ ist ein Wort aus der Finanzsprache, welches vor allem in der Umgangssprache verschiedene Bedeutungen erfahren hat und daher in unterschiedlichen Zusammenhängen genutzt wird.

Geläufig ist den meisten Menschen der Renditebegriff als der Ertrag einer wie auch immer gearteten Investition: Man hat ein beschädigtes Auto erworben, repariert dieses und verkauft es teurer, – schon wird von einer Rendite gesprochen, welche den Unterschied zwischen Einkaufs- und Verkaufspreis beziffert. Vielfach wird zudem mit Rendite jede Art von finanziellem Ertrag bezeichnet(z.B. die Vergütung von Zinsen), welche nicht mit unmittelbarer Lohnarbeit in Zusammenhang steht, was allerdings dem Begriff nicht gerecht wird.
Dies würde nämlich bedeuten, dass Rendite die unmittelbare Rentabilität bezeichnen würde und genau dies ist finanzwissenschaftlich nicht der Fall.

Hier wird der jährliche Zinssatz einer Investition meist als Synonym benutzt, was am Beispiel des reparierten Autos bedeuten würde, dass der An- und Verkäufer auch den Verdienstausfall seiner geleisteten Arbeit wegen einrechnen müsste, was eine weniger angenehme Renditezahl zur Folge hätte.

Auf diese Weise kommt es vor allem im Bereich von Fondsgeschäften immer wieder zu unschönen Erscheinungen: Renditeversprechungen etwa lassen den Investor glauben, er könne jetzt eine Summe „X“ gewinnen, wenn er sein Kapital in eine gewisse Anlage fließen lässt(z.B. die Anlage in Aktien).
Solche Verlockungen lassen generell und bewusst unberücksichtigt, was der Anleger mit dieser Summe in einer anderen Anlage hätte erwirtschaften können, welche womöglich sicherer ist und sie lassen auch das Verlustrisiko außer Acht: Im krassen Beispiel die Beteiligung an einer Goldmine in der Republik Kongo über ein Kartell dubioser Fondsmanager oder das Sparbuch bei der Sparkasse.
Wenn hier das Renditeversprechen mit dem tatsächlich wahrscheinlichen Kurs verglichen wird, werden sich die meisten Anleger für das fast nicht verzinste Sparbuch entscheiden.

Weitere Bedeutungen:

Im Volksmund:

Häufig verwendet man den Begriff der Rendite als die Differenz zwischen dem Ertrag einer Investition und dem ursprünglichen Aufwand. Je nach Dauer der Investition wird eine solche Berechnung relativ komplex, da etwa die Preissteigerungen, sich ändernde Marktkonditionen, oder die ursprünglichen Erwerbskosten sich verändern können. Wer dies indes außer Acht lassen möchte, hat hier eine einfache Formel zur Hand, um die Rendite einer Investition zu errechnen.
Dies sei indes nicht empfohlen, wenn es um langfristige Investitionen wie etwa den Erwerb einer Immobilie geht: Hier steht man schnell vor einer derart komplexen Rechnung, dass es besser ist, einer Fachkraft zu vertrauen, einem guten Rechnerprogramm oder schlicht dem Bauchgefühl.

Als Jahresbilanz:

Vor allem unter Menschen, welche Aktien und dergleichen besitzen, wird der Begriff gerne als Ausdruck des jährlichen Investitionsgewinns verwendet; auch die Politik macht dies gerne. Die Dividende, welche von Aktiengesellschaften an die Eigner ausgeschüttet wird, wird zum Beispiel so bezeichnet. An der Börse wird von Renditeerwartungen gesprochen, was ebenfalls jährliche Gewinnerwartungen bedeutet. Diese orientieren sich je nach Kurs der Anlage unterschiedlich.

Als Investitionsversprechen:

Es gibt eine Vielzahl von Projekten, welche zu ihrer Verwirklichung Geld von Anlegern sammeln müssen. Dies ist die ursprüngliche Aufgabe von Fondsgesellschaften, welche heute vollkommen in Vergessenheit geraten ist. Solche seriösen Fonds, denen nicht nur an der Übernahme und Ausweidung bestehender Gesellschaften gelegen ist, müssen Anleger davon überzeugen, dass es sinnvoll ist, hier Geld anzulegen. Auch hier wird mit dem Renditeversprechen gearbeitet, um Anleger für Anleihen zu werben: Eine Fondsgesellschaft kann in der Regel keine höheren Zinsen garantieren wie eine Bank. Sie verspricht indes eine Beteiligung an den Gewinnen, welche eintreten werden, wenn sich der Kurs einer Investition so entwickelt wie geplant. Wenn die Prognosen eintreffen, wird der Investor eine Rendite erzielen, welche im Wortsinne zu verstehen ist: Der Ertrag hat den Aufwand unter Berücksichtung verschiedenster Faktoren tatsächlich übertroffen.