ImmobilienEin eigenes Haus zu besitzen ist der Traum und das Ziel von vielen Menschen. Platz für die Familie zu haben und einen Garten nach den eigenen Vorstellungen anzulegen, bedeutet Lebensqualität. Wer kein ganzes Haus benötigt, kann sich für eine Eigentumswohnung als eigene Immobilie entscheiden. Der Käufer einer Immobilie wird in den meisten Fällen den Preis nicht auf einen Schlag bar bezahlen können. Er nimmt einen Kredit auf, bei dem die Zinsen und die Tilgung über mehrere Jahre festgeschrieben sind. Jetzt, in Zeiten niedriger Zinsen, lohnt es sich, eine möglichst langfristige Laufzeit für den Kredit zu vereinbaren. Der Eigentümer einer Immobilie, die er selbst bewohnt, muß nicht mehr mit eventuellen Mieterhöhungen oder einer Kündigung seiner Wohnung wegen Eigenbedarf rechnen. Ist die Immobilie nach Jahren abbezahlt, fallen als regelmäßige monatliche Kosten für das Wohnen nur noch die Nebenkosten wie beispielsweise für Strom, Heizenergie und Wasser an. Doch Immobilien spielen nicht nur für den Eigenbedarf eine Rolle. Viele Anleger nutzen das „Betongold“, wie Immobilien gern bezeichnet werden, als eine langfristige Wertanlage.

Was Wohneigentum in Deutschland kostet

Im Durchschnitt kostet eine Immobilie in Form eines Einfamilienhauses den Deutschen Verbraucher fünf Jahresnettoeinkommen seines Haushalts. Die Werte schwanken natürlich innerhalb Deutschlands extrem. Während ein Bremer besonders günstig die eigenen vier Wände erwerben kann, muss ein Münchner mehr als neun Jahre sparen, wenn er sich in seiner Region ein Haus leisten will. Das Münchner Umland ist sogar noch teurer.

Kaufen ist auf lange Sicht oft billiger als mieten

Der Kauf von Immobilien ist in den letzten Jahren immer attraktiver geworden. Statistiken besagen, dass 2009 Kaufen in nur sieben Prozent der Wohngegenden rein ökonomisch betrachtet vorteilhafter war, als zur Miete zu wohnen. Dieser Wert ist 2013 auf 27 Prozent gestiegen und hat sich damit fast vervierfacht. Vor allem in Ostdeutschland ist Wohneigentum zum Selbstbewohnen attraktiver als das mieten von Wohnungen.

In den letzten Jahren ist zunehmend ein Wandel in der Mentalität bei den Deutschen zu beobachten. Seit Jahren bringen sichere Geldanlagen in Fest- oder Tagesgeld keine Rendite. Wer für das Alter vorsorgen will, um im Alter keine Miete zahlen zu müssen, erwägt trotz der gestiegenen Preise für Immobilien, ein Haus zu bauen oder eine Wohnung zu kaufen, um dort im Alter mietfrei zu leben. Das hat sicher auch mit den Veränderungen bei der Altersrente zu tun. Viele Deutsche gewinnen die Erkenntnis, dass das Wohneigentum eine Rente in Stein ist, mit der es sich im Alter gut leben lässt. Die ständig sinkenden Zinsen für Hypotheken beschleunigen den Wandel.

Nicht überstürzt Immobilien kaufen

Nicht in jedem Fall ist es empfehlenswert, Immobilien zu kaufen, nur weil die Hypothekenzinsen so niedrig sind. Wohneigentum muss man sich leisten können. In der Regel werden Häuser mithilfe von Krediten finanziert. Vorschnelles Handeln und überstürztes Kaufen Kauf mit viel zu wenig Eigenkapital zu hohen Preisen kann binnen kurzer Zeit zu einer Immobilienblase führen, wie wir sie aus den USA kennen. Niemand kann garantieren, dass die Hypothekenzinsen sich auch in zehn Jahren auf so einem niedrigen Niveau befinden. Das “Eigentum” ist dann aber noch lange nicht bezahlt. Die monatliche Belastung kann extrem wachsen und zur Verschuldung führen. Im Extremfall platzt der Traum von den eigenen vier Wänden, weil die Immobilie sich nicht mehr halten lässt. Der Umzug in ein neues Einfamilienhaus bedarf also einer guten Vor- und Nachbereitung.

Der Kauf und die Finanzierung von Wohneigentum lassen sich langfristig planen. Wer mit 25 oder besser 30 Prozent Eigenkapital in eine Finanzierung einsteigt, ist auf der sicheren Seite. Wichtig ist darüber hinaus, dass die monatliche Belastung auch dann tragbar ist, wenn es zu finanziellen Einschnitten durch Arbeitslosigkeit oder Familienzuwachs kommt.

Eine Immobilie als Altersvorsorge

In Zeiten sinkender Rentenzahlungen aus dem staatlichen Rentensystem und niedriger Zinsen auf dem Geldmarkt suchen die Menschen, die etwas für die Absicherung im Alter tun möchten, nach sinnvollen Möglichkeiten des Vermögensaufbaus. Eine eigene Immobilie sollte auf jeden Fall bei den Planungen für die Altersvorsorge eine Rolle spielen. Wer am Ende seines Erwerbslebens in den Ruhestand geht und in einer bereits abgezahlten Immobilie leben kann, hat mehr von seiner Rente. Mietfreies Wohnen im Alter sorgt für finanzielle Spielräume.
Doch vor der Entscheidung für die eigene Immobilie sollten zunächst einige wichtige Überlegungen angestellt werden: Wer ein Haus oder eine Wohnung für die Eigennutzung kaufen möchte, benötigt bereits ein gewisses finanzielles Polster. Denn nur wer einen bestimmten Prozentsatz von der Kaufsumme als Eigenkapital vorweisen kann, erhält bei einer Bank oder Sparkasse einen Kredit für den Kauf. Zu überlegen ist auch bei dem Vorhaben, eine Immobilie zu erwerben, welches die günstigste Lage für ein Haus oder eine Eigentumswohnung ist. Jeder Mensch hat seine eigenen Vorstellungen darüber, wie er wohnen möchte. Die einen bevorzugen eine grüne Vorortlage, weit weg von dem innerstädtischen Trubel. Andere möchten gern richtig ländlich wohnen und nehmen gern in Kauf, dass sie einen längeren Weg zu ihrer Arbeitsstätte einplanen müssen. Dafür besteht die Möglichkeit, sehr viel preiswerter an eine Immobilie zu kommen, als dies in der Stadt möglich ist. Andere wieder schließen sich gern dem aktuellen Trend an, vom Land und aus den städtischen Vororten direkt ins Zentrum zu ziehen. Hier sind die Wege zum Einkaufen, zu den Ärzten oder ins Theater meist kurz. Die Städter können von einer sehr gut ausgebauten Infrastruktur profitieren. Gerade ältere Menschen zieht es zurück in die Städte. In den Zentren ist es oft möglich, ganz ohne Auto zurechtzukommen, wenn der öffentliche Nahverkehr gut ausgebaut ist.
Eine weitere Überlegung vor dem Kauf einer eigenen Immobilie sollte sein, ob die damit verbundene Belastung, bis das Haus oder die Eigentumswohnung abbezahlt ist, über viele Jahre tatsächlich zu stemmen ist. Der Immobilienkauf ist für fast alle Bundesbürger die größte Anlageentscheidung in ihrem Leben. Die meisten Menschen kaufen oder bauen nur einmal in ihrem Leben ein Haus. Wer dafür Kredite aufnimmt, verpflichtet sich in der Regel für 20 bis 30 Jahre Zins und Tilgung zu zahlen, bis die Darlehenssumme abgetragen und die Immobilie frei von Belastungen ist. Die Erfahrung zeigt, dass es oft zu Problemen in der Familie kommt, wenn über viele Jahre nur noch für den Wunschtraum einer eigenen Immobilie gelebt und gearbeitet werden muss. Wer sich beim Kassensturz vor dem Erwerb einer Immobilie ausrechnet, dass auf lange Zeit keinerlei Auszeit wie eine Urlaubsreise mehr möglich sein wird, der sollte die Zeit des Ansparens vielleicht noch etwas verlängern. Die aktuelle familiäre Situation nach dem Kauf oder Bau einer Immobilie kann sich im Laufe der Jahre ändern. Mitunter ergibt sich die Notwendigkeit, das Wohneigentum wieder zu verkaufen. Die Gründe dafür können ganz unterschiedlich sein. Hier einige Beispiele:

– Die Kinder gehen aus dem Haus. Die Wohnung oder das Haus ist nun für eine oder zwei Personen zu groß.

– Ehepartner trennen sich oder ein Partner verstirbt.

– Durch einen Wechsel des Arbeitgebers ist man gezwungen, mit der ganzen Familie umzuziehen.

Vor der Kaufentscheidung für eine Immobilie sollte deshalb immer überlegt werden, ob sich das Haus oder die Eigentumswohnung ohne Probleme wieder verkaufen läßt. Erfahrene Immobilienmakler antworten oft auf die Frage, was für eine langfristig gute Geldanlage in Immobilien entscheidend ist: „Lage, Lage, Lage!“ Vor der Unterschrift unter dem Kaufvertrag sollte jeder Interessent für eine Immobilie das Umfeld genau in Ausgenschein nehmen. Die Fragen nach Kindergarten, Schule, Einkaufsmöglichkeiten, Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr und der Weg zur Arbeit sollten für alle Familienmitglieder akzeptabel beantwortet werden können. Doch gerade eine gute Infrastruktur ist in der Regel ein Garant dafür, dass die Immobilie auch für andere Käufer interessant sein könnte. Ist die Lage gut, wird man für den Fall, dass ein Wiederverkauf der Immobilie notwendig wird, keine Probleme haben, einen Käufer zu finden.

Eine langfristig sichere und rentable Wertanlage?

In den Nachrichten werden wir überhäuft mit Begriffen wie Finanzkrise, Inflation und Zinssenkung. An den Aktienmärkten steigen und fallen die Kurse. Wer sich nicht stets aktuell und intensiv mit Aktien beschäftigt, kann meist gar nicht beurteilen, welches Unternehmen mit seinen Aktien eine gute Kapitalanlage bietet und welche Aktien überbewertet sind. Immobilien sind seit Jahrhunderten eine bewährte und beliebte Geldanlage. Besitzt die Immobilie einen Standort in einer besonders begehrten Lage, handelt es sich, wenn der Kaufpreis angemessen ist, um eine stabile Kapitalanlage, bei der sich auch moderate Wertzuwächse entwickeln können. In den Zentren der großen Städte explodieren zur Zeit die Preise für Wohneigentum. Parallel zu dieser Entwicklung steigen auch die Mieten in den Innenstädten rapide an. In ländlichen Regionen ergibt sich jedoch ein anderes Bild. Während in den Siebziger und Achtziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts es die Menschen hinaus in die Vororte und aufs Land gezogen hat, um dort im Grünen zu wohnen, zeigt sich seit einigen Jahren eine Umkehrbewegung zurück in die Städte. Vor allem die Jugend verlässt ländliche Gegenden, weil sie nur in den boomenden Großstädten und in deren Peripherie Arbeit finden. Wer in einer weniger begehrten Lage eine Immobilie besitzt, kann heute bei einer Verkaufsabsicht große Probleme erleben, weil es einfach keine Nachfrage gibt. Das „Betongold“ muss gepflegt, repariert und saniert werden. Für Häuser, die in die Jahre gekommen sind, sollte der Eigentümer immer wieder neu investieren, um den Wohnwert zu erhalten. Echte inflationsbereinigte Wertzuwächse, die mit einem Verkauf realisiert werden können, sind bei einer Kapitalanlage in Immobilien nicht zwingend garantiert.
Diese Überlegungen gelten sowohl für eigengenutzte Immobilien als auch für Wohnungen und Häuser, die als reine Kapitalanlagen dienen. In der derzeitigen Niedrigzinsphase sind renditestarke Immobilienobjekte sehr begehrt. Durch eine langjährig vereinbarte Zinsbindung kann sich der Investor gegen steigende Zinsen absichern. Die Rendite, die vom Kaufpreis und der Höhe der erzielbaren Mieten abhängt, kann gerade in den boomenden Städten zu Beginn des Investments niedrig sein, weil der Preis für die Immobilie sehr hoch war. Gibt es im Lauf der Zeit einen Wertzuwachs und eine steigende Nachfrage nach Wohnraum und damit höhere Mieteinnahmen, kann sich die Kapitalanlage immer rentabler gestalten. Andererseits können Investments in Immobilien in weniger begehrten Lagen zunächst bei einem günstigen Kaufpreis und stabilen Mieteinnahmen sehr lukrativ sein. Wenn die Nachfrage nach Wohnungen und Häusern in einer Region wegen Abwanderung nachlässt, können eventuelle Leerstände die Renditeerwartungen erheblich trüben.