Als Anlageobjekt eignet sich auch die Investition ins Edelmetall. Als physikalische Anlagemöglichkeit zählen dabei Gold, Silber, Platin und, in einem geringeren Maße, Palladium als Edelmetall. Physikalisch korrekt dürfte man allerdings nur Gold und Silber als Edelmetalle bezeichnen, im Edelmetallhandel werden aber auch Platin und Palladium dazu gerechnet. Bei einer Geldanlage in Edelmetallen besteht dadurch eine große Brandbreite an Anlageoptionen. Bevor in diese investiert wird, hat man die Wahl zwischen einer physischen Anlage und dem Kauf von Derivaten.

Die unterschiedlichen Anlageformen

Die physische Anlage in Edelmetalle ist schon seit Jahrhunderten beliebt. Gold und Silber sind korrosionsbeständig, gut zu stückeln und international einsetzbar. Zwar unterliegt der Wert von Edelmetallen auch Schwankungen, sie verlieren aber nie vollkommen an Wert, wie dies mit Papiergeld schon mehrfach geschehen ist.

Bei der physischen Anlagen stehen folgende Produkte zur Auswahl:

  • Münzen(z.B. Silbermünzen oder Goldmünzen)
  • Barren

Bei den Derivaten stehen folgende Produkte zur Auswahl:

  • Futures
  • Optionen
  • Fonds
  • Zertifikate

Derivate sind Finanzprodukte, deren Wert vom entsprechenden Edelmetallpreis abhängt. Sie werden auch Papier-Gold bzw. Papier-Silber genannt. Derivate sind einfacher zu lagern – es handelt sich schließlich nur um Papier – man ist aber von der Seriosität des Herausgebers der Derivate abhängig.

Die physische Anlage in Edelmetallen

Münzen

Münzen werden in Gold und Silber, in verschiedenen Größen angeboten. Man muss unterscheiden zwischen reinen Anlagemünzen und historischen Münzen. Bei letzteren kommt zum Materialwert noch der historische Wert hinzu. Dieser ist aber für Laien schwer erkennbar. Daher werden zur Edelmetall-Geldanlage gerne Münzen genutzt, die speziell für diesen Zweck geprägt wurden. Diese Anlagemünzen werden auch Bullionmünzen genannt.

Bullionmünzen werden in großen Mengen von Nationalbanken geprägt und sind im Ausgabeland offizielle Zahlungsmittel, auch wenn man sie selten im normalen Geschäftsverkehr findet. Daher haben sie meist auch einen Nennwert, der aber deutlich unter dem Materialwert liegt.

Diese Münzen haben ein genau definiertes Gewicht und einen hohen Feinheitsgrad. Auf der einen Münzseite ist das Landeswappen oder Herrscherportrait des ausgebenden Landes aufgeprägt, auf der anderen Seite ein Motiv, dass der Münze ihren Namen gibt. Meistens sind auch Angaben über das Material, den Feingehalt und das Gewicht aufgeprägt.

Die am weitesten verbreitete Größe für Münzen ist die Feinunze = 31, 1 g = 1 oz. Weiter übliche Größen sind ½ oz, ¼ oz, 1/8 oz und 1/20 oz. Seltener sind sehr große Münzen mit einem Gewicht von bis zu 1 kg.

Bekannte Münzen sind:

Krügerrand

Der Krügerrand wird seit 1967 von Südafrika herausgegeben. Er ist die wohl bekannteste Goldmünze. Seinen Namen verdankt er dem Portrait des Burengenerals Krüger. Auf der Rückseite ist ein Springbock abgebildet.

Maple Leaf

Der kanadische Maple Leaf, der seit 1979 geprägt wird, wird als Goldmünze und auch als Silbermünze herausgegeben. Der Maple Leaf hat einen extrem hohen Feingehalt von 999,9/1000, sowohl in der Gold- als auch der Silberversion.

Gold Känguru Nugget

Dies ist eine, seit 1989 von Australien herausgegebene, Goldmünze. Auf der Rückseite befindet sich das Portrait Königin Elisabeths II., auf der Vorderseite ein Motiv mit einem Känguru.

Eine 1 oz Goldmünze kostet ca. 1.000 €, eine entsprechende Silbermünze 18 €.

Barren

Gold- und Silberbarren werden als Anlageobjekte in Größen von einigen Gramm, 100 g, 250 g, 500 g und 1 kg angeboten. Die kleineren Barren, bis 100 g, werden gestanzt. Größere Barren werden gegossen. Sie weisen neben der Feinheit und dem Gewicht ein Emblem der Herstellerfirma auf. Neben diesen einfachen Barren gibt es noch einige Sonderformen:

Münzbarren

Sie bestehen aus Silber und unterscheiden sich von normalen Barren durch eine Münzprägung. Hierdurch gelten sie in Deutschland als gesetzliches Zahlungsmittel.

Tafelbarren

Sie bestehen aus 50 Goldbarren zu je 1 g, die über Sollbruchstellen voneinander getrennt werden können.

Kinebarren

Diese Barren enthalten auf der Rückseite ein Sicherheitsmerkmal als Hologramm.