Der Begriff des Depots – Die Definition

Bei dem Begriff handelt es sich um eine Vokabel aus der Betriebswirtschaftslehre, der Finanzwirtschaftslehre sowie des klassischen Bankenwesens. Ein solches Depot stellt ein sogenanntes Wertpapier da. Man spricht daher auch von Wertpapierdepot und / oder Wertpapierdepotkonto. Über ein solches Konto werden in der Regel Geschäfte mit Wertpapieren (Wertpapiergeschäfte) vorgenommen und die entsprechenden Bestände monetär geführt. Die abgewickelten Geschäfte umfassen hierbei die Posten des Verkaufes, Kaufes und der Übertragung.

Die rechtliche Situation

Die Führung eines Wertdepotkontos (und die hiermit verbundene Verwaltung und Verwahrung der Wertbestände) innerhalb des Bankenwesens stellt ein offizielles Bankgeschäft gemäß § 1 Absatz 1 Nr. 5 des Kreditwesengesetzes (kurz: KWG) dar. Ein Wertdepotkonto darf im Sinne des § 1 Absatz 1 und 1a des Kreditwesengesetzes (KWG) nur dann durch ein Bankinstitut (Finanzdienstleistungsinstitut oder sonstiges öffentlich-rechtliches / privates Kreditinstitut) geführt werden, wenn sie Abschlussvermittlung, Depotgeschäft oder die Verwaltung eines Finanzportfolio betreiben. Ein Depotkonto ist den allgemeinen Bestimmungen über eine Eröffnung bzw. Führung von Bankkonten und den damit verbundenen steuerlichen Anforderungen sowie der Norm über Geldwäsche unterstellt. Die steuerliche Regelung ist dem § 154 Absatz 1 der Abgabenordnung (kurz: AO) zu entnehmen, der Part über die Normen der Geldwäsche ist innerhalb des § 8 des Geldwäschegesetztes (kurz: GWG) geregelt.

Bei der Führung eines Depots werden sowohl das Eröffnungs- und Auflösungsdatum, die Kontonummer, sowie der Name / das Datum der Geburt des entsprechenden Kontoinhabers gespeichert. Sollen bei der Eröffnung von einem Depot abweichende wirtschaftlich Berechtigte oder sonstige Verfügungsberechtigte berücksichtigt werden, so sind auch deren Daten zu hinterlegen bzw. zu speichern. Die auf dem Depot getätigten Umsätze und Kontostände unterliegen hingegen keiner Speicherung. Die Führung eines Wertpapierkontos ist sowohl als Gemeinschafts- als auch als Einzelkonto möglich. In ersterem Fall muss jedoch vorab geregelt werden, ob eine gemeinschaftliche Verfügung durch die gesamten Kontoinhaber getätigt werden soll bzw. ob die jeweiligen Personen alleine über das Depot verfügen können.

Die Eröffnung eines Kontos – Der Depotvortrag

Mit der Generierung eines Kontos / Wertpapierdepots ist in der Regel auch ein Abschluss eines entsprechenden Vertrages (Depotvertrags) zwischen dem jeweiligen Kreditinstitut (der öffentlich-rechtlichen oder privaten Depotbank) und dem entsprechenden Depotkunden verbunden. Ein solcher Vertrag ist fester Bestandteil der Allgemeinen Geschäftsbedingungen (der AGB). Das Kreditinstitut bzw. die Bank (in der Branche auch „Verwahrer“ oder „Depotverwahrer“ genannt) wird durch eben diesen Vertrag dazu fest verpflichtet, eine Überwachung des Depots vorzunehmen und über die Verwertung und Ausübung der Anlegerpflichten und –rechte zu benachrichtigen / informieren. Weitere Pflichten in Bezug auf Aufklärung und Warnung der Depotkunden sind in der Regel nicht praktikabel und für die Verwahrer des Depots daher nicht vorgesehen. Die monetäre Risikoentwicklung der jeweiligen Anlage fällt daher in alleinige Verantwortung des entsprechenden Kunden. Das Kreditinstitut / Die Depotbank ist gegenüber dem Depotnehmer nicht weiter schadensersatzpflichtig.

Die sich aus einem Vertrag für Beratungen (Beratungsvertrag) ergebenen Pflichten der Kreditinstitute bleiben hiervon selbstverständlich unberührt. Das Depotkonto regelt ausschließlich die wertpapierseitigen Verbuchungen eines Wertpapiergeschäfts (Abwicklung), die monetären Gegenbuchungen werden hingegen beispielsweise über Girokonten geleitet. Die Gutschriften auf dem Konto beruhen daher in der Regel auf Wertpapierübertragungen und / oder Wertpapierkäufen sowie auf Depotlastschriften in Bezug auf Wertpapierverkäufen bzw. Wertpapierübertragungen. Die Guthaben auf einem Konto weisen die jeweiligen Bestände an den genau bezeichneten Wertpapieren aus, welcher den Depotnehmer bei dem Verwahrer unterhält.

Die Gebühren eines Wertpapierkontos

Der Depotverwahrer erhebt für die Bereitstellung eines Wertpapierkontos üblicherweise eine Gebühr. Marktüblich erfolgt eine Staffelung nach Höhe und Art der jeweiligen Depotbestände. In regelmäßigen Abständen werden auch häufig spezielle Angebote und Aktionen offeriert, die mit einer kostenlosen Depotführung werben. In diesem Falle erwirtschaftet das Kreditinstitut seine Einnahmen durch die Gebühren für den An- und Verkauf von Wertpapieren.