Banken

Banken sind kommerzielle Unternehmen, deren Geschäftszweck das Betreiben von Bankgeschäften ist. Die Rechtsgrundlage dafür ist § 1 des Kreditwesengesetzes aus dem Jahre 1935 in der zurzeit gültigen Fassung von Januar 2014. Bank und Sparkasse werden unter dem Oberbegriff Kreditinstitut subsummiert. Die Privatbanken werden als Kapitalgesellschaften meistens in der Rechtsform einer Aktiengesellschaft, der AG geführt. Eigentümer der jeweiligen Privatbank sind die Aktionäre. Neben den namhaft bekannten Privatbanken unterhalten der Bund und einige Länder ihre jeweils eigene Bank. Es sind die Bundesbank sowie die einzelnen Landesbanken. Sogenannte Autobanken sind als Kreditinstitute Privatbanken, die von den Automobilherstellern unterhalten werden. Deren Geschäftszweck ist in erster Linie die Finanzierung von Autokäufen der jeweiligen Automarke.

Universalbank und Spezialbank

Banken und Sparkassen am Ort, bei denen Bürger, Selbstständige, Freiberufler sowie Unternehmer ihr Privat- beziehungsweise Firmenkonto unterhalten, sind ausnahmslos Universalbanken, auch Vollbanken genannt. Im Gegensatz zu den Spezialbanken bieten sie alle Bankgeschäfte an, die im § 1 KWG aufgeführt sind. Dem Bankkunden fällt das nicht unmittelbar auf. Im Einzelfall wird es für ihn dadurch erkennbar, dass es kein Bankgeschäft gibt, das die Bank am Ort nicht abwickeln kann. Die Geschäftsbereiche von Universalbanken werden wie folgt gegliedert:

  • Kreditvergabe
  • Einlagengeschäfte wie das Festgeld oder Tagesgeld
  • Zahlungsverkehr In-/Ausland
  • Wertpapierhandel, Vermögensverwaltung(Einlagensicherung)
  • Dienstleistungen wie Immobilien, Finanzdienstleistungen, Kreditkarten, Online-Banking

Wie das Wort sagt, sind die Spezialbanken auf bestimmte und abgegrenzte Bankgeschäfte spezialisiert sowie fokussiert. Typische Spezialbanken sind Bausparkassen oder Investmentbanken. Sie haben von der Bankenaufsicht die auf ihr Spezialgebiet bezogene Zulassung erhalten. Die Bankenaufsicht wird von der BaFin, der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht, mit Sitzen in Bonn sowie in Frankfurt am Main durchgeführt.

Unterschiedliche Kundengruppen

Heutzutage benötigt jeder Bürger ein Girokonto, und der Selbstständige oder Freiberufler ergänzend dazu das Firmenkonto. Umgekehrt besteht der Rechtsanspruch darauf, ein meistens kostenloses Girokonto unterhalten zu können. Die Zahlungen zum Lebensunterhalt wie Gehalt, Lohn, Kindergeld, Unterhalt oder Transferleistungen erfolgen allesamt bargeldlos, also durch Überweisung auf das Girokonto. Für die Banken als Vollbanken ist das Privatkundengeschäft eine Haupteinnahmequelle. Die Abwicklung der Geschäftsvorgänge ist größtenteils automatisiert, und beim Onlinebanking nimmt der Kontoinhaber seiner Bank die Arbeit nahezu komplett ab. Alle Bankkunden nutzen die technischen Möglichkeiten ihrer Bank, der im Übrigen keine weiteren Kosten entstehen. Für die Bereitstellung werden laufende Bankgebühren erhoben, die sich wie von selbst zu Einnahmen im sieben- oder achtstelligen Eurobereich aufsummieren. Ein zweites Standbein ist das Firmenkundengeschäft. Abhängig von der Art und Größe des Unternehmens unterscheiden die Banken in kleinste sowie in Kleinunternehmen, in KMU, die klein- und mittelständischen Unternehmen, in mittlere, größere sowie in große Unternehmen.

Die Geschäftsbeziehung zwischen Bank und Kunde ist dabei zweigeteilt. Auf der einen Seite verleiht die Bank Geld, indem sie ein Darlehen (Kredit) vergibt. Andererseits legen die Kunden ihr Geld bei der Bank als Sparguthaben an. Sie leihen der Bank ihr Geld, die, wie es genannt wird, ihrerseits damit arbeitet. Die verwaltet Bank legt es selbst zinsbringend an, oder sie investiert das erhaltene Geld in Finanzierungen. Von dem daraus erzielten Erlös erhält der Geldanleger seine Habenzinsen, und den darüber hinausgehenden Teil behalten die Banken als Gewinn für sich.

Intern unterteilen die Banken ihre Kunden in das Massen- beziehungsweise Retailgeschäft sowie in Private Banking. Das bezieht sich auf die individuelle Beratung von Bankkunden, die Geld und Vermögen bei ihrer Bank anlegen. Hier besteht ein enges Vertrauensverhältnis zwischen Banken und Kunden. Das Massengeschäft mit Girokonto, Zahlungsverkehr, Kreditvergabe sowie Kreditkartenausgabe ist weitgehend schematisiert. Der Bankkunde muss sich den Vorgaben und Gegebenheiten seiner Bank anpassen. Tut er das nicht, verzichtet die Bank kurzerhand auf diese Geschäftsbeziehung.

Die Zugehörigkeit der Banken zum Einlagensicherungsfonds ist für Geldanleger die Garantie, dass im Falle einer Bankeninsolvenz das angelegte, also der Bank geliehene Geld bis zur gesetzlich vorgesehenen Höhe aus dem Fonds heraus bezahlt wird. Dem Bankkunden entsteht in einem solchen Falle kein finanzieller Nachteil. Im besten Fall erhalten seine Finanzen keinen Einschnitt.